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Kolumne MannSein:

 

Liebe zum Mannsein
Vater-Hunger, Vater-Kraft


Text: Sharan Thomas Gärtner

 

Kraftvoll Mann-Sein durch Aussöhnung mit dem Vater
Um voll und ganz Ja zu Dir selbst und Deinem Mann-Sein zu sagen, musst du innerlich den Weg zum Vater gehen und mit ihm ins Reine kommen. Im Idealfall wachsen Söhne mit einem präsenten und liebevoll fordernden Vater im Rücken auf und haben Mentoren und eine männliche Gemeinschaft, die sie bewusst ins Mannsein hineinführen.
„Denn Männer können nur von Männern initiiert werden. Frauen können aus einem Embryo einen Jungen werden lassen, aber nur Männer können aus einem Jungen einen Mann machen.“ (Robert Bly, „Eisenhans“). Für viele Männer ist der Vater statt dessen der große Unbekannte geblieben – sie verbinden mit ihm Leere, Bedrohung, Flucht oder  Mißbrauch.

 

Wenn Du mit deinem Vater auf Kriegsfuß stehst,
stehst du mit deiner Männlichkeit
selbst auf Kriegsfuß.

Steve Biddulph

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Wer war Dein Vater für Dich?
Typische innere Sätze des „vaterlosen“ Jungen in uns:

„Ich fürchte mich immer noch vor Deiner Meinung und strebe danach, Dir zu gefallen.“

 

„Ich schwanke oft hin und her zwischen der Suche nach Bestätigung durch Dich und dem Verlangen, Dir überlegen zu sein.“

 

„Ein Teil von mir sucht Heilung und die Nähe zu Dir, während ich mich gleichzeitig an meine
Wut klammere!“

 

„Ich habe mir meine Sehnsucht nach Dir nie wirklich eingestanden.“


Egal, ob wir den Vater ignoriert oder idealisiert haben oder offen gegen ihn rebellierten: der schmerzlich empfundene, aber meist verdrängte Mangel an einem wirklichen Fundament von Männlichkeit führt viele Männer im Lauf ihres Lebens in Kompensation und alle Formen

von Sucht.

 

Der „vaterlose“ Mann hat keinen Zugriff auf sein Herz – er wird andern Männern, seiner Partnerin und seinen Kindern gegenüber unerreichbar. Autoritäten und männlicher Führung gegenüber ist er entweder in ständiger Rebellion oder Unterordnung.


Tiefsitzender Schmerz, Wut, Ängste, die aus der Beziehung zu ihrem Vater stammen, können Männer buchstäblich taub machen gegenüber ihren Gefühlen. Aber ohne diesen Kontakt zu uns selbst werden wir entweder schwach und abhängig oder narzisstisch und einsam.

 

Die Vater-Wunde transformieren
Männer brauchen Männer, um den erheblichen inneren Widerstand, sich wirklich auf dieses Thema einzulassen, aufzugeben. Wenn wir uns aber dem Schmerz stellen, die Trauer und die Scham zulassen, dem „inneren Jungen“ in uns Raum geben und unsere Wunden „auf Händen vor uns her tragen“ (Richard Rohr), werden diese Wunden zu einem Teil unserer Würde, unserer Selbstliebe, unserer Kraft.


Wir akzeptieren: Mann-Sein, Mensch-Sein ohne Verwundung ist nicht möglich. Aber es gibt einen Weg zurück zu unserer Lebendigkeit und zu den besonderen Gaben, die wir mitgebracht haben.
Die anderen Männer fordern uns heraus, sie teilen ihr Scheitern mit uns und stärken uns den Rücken wie ein uns segnender Vater. Im Spiegel der Anderen
finden wir einen tiefen inneren Frieden. Jetzt sind wir auf dem Weg der Versöhnung:


Selbstachtung: Wut muß ausgedrückt werden; es geht nicht darum, dem Vater zu „verzeihen“, sondern in seinem Schicksal, gegebenenfalls in seiner Schuld
zu achten.


Anerkennung: wir wissen, dass wir auf den Schultern des Vaters stehen. Wir akzeptieren, worin wir ihm ähnlich sind, und wir fühlen uns frei, unseren eigenen Weg zu finden.


Erwachsen-Werden: wir werden bereit, den Vater aus seiner Vater-Rolle zu entlassen und die Verantwortung für unser Leben ganz zu uns zu nehmen.


Jetzt können wir zum ersten Mal ein realistisches Bild unseres Vaters sehen: Wir übernehmen die Verantwortung für unseren Anteil daran, dass Klärung und Versöhnung bisher nicht möglich waren: Verantwortung für unausgesprochene Erwartungen und Gefühle, für eigenen Rückzug, eigene Scham, eigene Mutlosigkeit, für nicht geschenkte Anerkennung.


Nichts bindet uns so sehr wie Hass und Ablehnung; nichts beraubt uns unserer Lebendigkeit mehr als ein verschlossenes Herz. Versöhnung befreit uns – sie geschieht, wenn wir mit Liebe berühren, was wir zuvor aus Angst vermieden haben.


Diese Klärung ist möglich unabhängig davon, ob der Vater noch lebt oder nicht. Viele Männer gehen diesen Weg und dieser Mut wird belohnt durch ein viel größeres Spektrum, mit dem wir Männlichkeit heute leben können.

 

Text © Mit freundlicher Genehmigung von
Sharan Thomas Gärtner, www.liebe-zum-mannsein.de


Wenn es Männern gelänge, sich nicht
an Wettbewerb und Konkurrenz
auszurichten, sondern die in ihnen angelegten Potenziale  zu entfalten,
fände eine Transformation auf dem Weg
zur Mannwerdung statt.
Dann gäbe es kein
schwaches Geschlecht mehr.

Gerald Hüther

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